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Essays

Faszination Bondage
Teil 4: Japan und wir

Ein Essay in fünf Teilen von Thomas H.

DRUCKVERSION (Alle fünf Teile mit schwarzem Text auf weißem Grund)


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Wie für alles, was stilvoll schöner geht, ist Japan beim Bondage stilbildend und führend. Nach Jahrzehnten wildester Wickeleien kalifornischer Chaos-Knoten (Selbstkritik: messy ropework) entdeckten westliche Bondage-Enthusiasten im bizarren Schillern der japanischen Fetischuniversen endlich die jahrhundertealten Traditionen, mit raffinierten Seilführungen magische Marter und wohlige Wonnen zu spenden. Die kriegerischen und autoritären Verwendungen dieser Fertigkeiten standen jahrhundertelang jeder unverschämten erotischen Okkupation entgegen. Welch ein Jammer! Foto: Knotenkunst
© H-Nu 2000
 
Foto: Hanfseile
© frank 2002
Millionen westlicher Japanbegeisterter kloppten lieber Karate, servierten Tee oder knickten Papierblumen nach Vorbildern aus dem Land der aufgehenden Sonne, als etwa einmal die alltagspräsente japanische „Gewalt- pornografie“ mit aller lustgebotenen Ernsthaftigkeit auf Geilheitsgehalt und Inszenierbarkeits-Chancen hin zu untersuchen. Seit ca. zehn Jahren sind die Bilder japanischer Bondageerotik in Magazinen, Filmen und natürlich per Internet im Westen breit zugänglich. Seitdem sitzen auch kalifornische Knoten eher dort, wo sie hingehören (auf der Clit z.B.), und seitdem verfolgen westliche Bondage-Enthusiasten die Seilführungen der japanischen Großmeister wie japanische Marketing-Leute westliche PKW-Modell-Reihen.
 
Puristen in aller Welt wetteifern um die Geschmeidigkeit ihrer Hanfseile und köcheln sie tagelang nach Japanrezept in Nerzöl zum Verdruß mitriechender Mitbewohner, während die Seilverächter unter den SMern über Pingeligkeit, Sorgfaltsgehabe und Platzbedarf der Bondageenthusiasten auf unseren Parties lästern.

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Zuletzt geändert am 17. Februar 2005.
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