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Wissenschaftliche Arbeit von Norbert Elb:
„SM-Sexualität und SM-Bewegung“ Aufgrund seiner Länge steht der vollständige Text ausschließlich als PDF-Datei zur Verfügung. Zum Öffnen ist der kostenlose “Acrobat Reader®“ bzw. das Acrobat-Browser-PlugIn von Adobe erforderlich.
Die Studie — es handelt sich um eine wissenschaftliche Arbeit — beschäftigt sich mit der SM-Subkultur und insbesondere mit der sozialen Bedeutung der SM-Bewegung (innerhalb der Gesamtgesellschaft in Deutschland) und der sozialen Bedeutung in der SM-Bewegung (also jenen sozialen Vorgängen innerhalb der SM-Bewegung selbst). Der spezifische Charakter dieser Bewegung ist etwa vergleichbar mit der Bewegung der Schwulen und Lesben. Die SM-Subkultur bringt eine SM-Szene und eine SM-Bewegung hervor, die sich durch unterschiedliche subkulturelle Strategien unterscheiden. Phänomenologisch und ihrem Selbstverständnis nach ist die SM-Bewegung eine Bewegung von SM-Gruppen. Der Begriff SM-Gruppe referiert aber noch nicht unmittelbar auf einen Gruppenbegriff im engeren Sinne, er dient eher als Formationsbegriff im Sinne auch anderer neuer sozialer Bewegungen (wie z.B. „Friendensgruppe“). Es gibt aber Gruppenstrukturen innerhalb der Formation SM-Gruppe. Dies sind insbesondere die Teams, die die Gruppen leiten und die Gesprächskreise. Diese Gesprächskreise weisen zwar Ähnlichkeiten mit therapeutischen Gruppenprozessen auf, unterscheiden sich aber signifikant von traditionellen Therapiegruppen, deren Thema als Leiden problematisiert wird. SM-Gruppen sehen SM nicht für sich selbst, sondern für sich nur insofern als Problem an, als dieses die soziale Umwelt als Problem für sich selbst ansieht. Die SM-Bewegung wird als ein neuer Bewegungs-Typ dargestellt, welcher durch das Moment des gesellschaftlich offenen Existierens bereits sozial wirkt und für den das Element der gesellschaftlichen Faktizität wichtiger ist als ein strategisches Element. Dies wird als Paradieren und als zivilgesellschaftliches Projekt gedeutet. Die SM-Bewegung bringt drei Richtungen hervor: eine integrativ-legalistische Richtung, eine event- und projektorientierte Richtung und eine gruppenorientiert-emanzipatorische Richtung. Die Studie beschäftigt sich in einem ausführlichen ersten Teil damit, wie SM beschrieben und verstanden werden kann, in einem weiteren Teil mit den SM-Gruppen, verschiedenen Aspekten der SM-Bewegung und der sozialen Rolle, die die SM-Subkultur für die in ihr involvierten SMerInnen spielt und drittens mit den Rückwirkungen, die diese SM-Subkultur auf die Entwicklung der Sexualität der einzelnen SMerInnen erzeugt. Die Methode der Studie fällt aus dem Rahmen der üblichen wissenschaftlichen Verfahren der sogenannten teilnehmenden Feldbeobachtung heraus. Sie ist zu verorten zwischen einerseits einem explorativ-hermeneutischen und anthropologischen Beobachtungsverfahren (also einer Art deutender Expedition) und einer inneren Sozialethnographie (also einer Beschreibung eines sozialen Phänomens, an welchem der Autor selbst beteiligt ist).
Auszug mit freundlicher Genehmigung entnommen aus |
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